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Landesgeschichte
Ostpreußen
> Die Altpreußen Karte der altpreussische Landschaften (Gaue) ![]() Die Altpreussen verehrten die Natur, sie stellte etwas Heiliges dar. So waren, wie bei den alten Germanen, Thingplätze meist unter heiligen Bäumen und Hainen zu finden. In ihrer Naturreligion galt die ganze Natur als belebt und beseelt. Eichen, Ulmen und Eschen wurden häufig als Schutzbäume von Familien oder Siedlungen verehrt. Das Abschälen von Baumrinde galt daher als Frevel. Neben dieser Naturverehrung gab es auch personifizierte Götter, wie der bärtige Perkunos, ein Donnergott - dem germanischen Thor vergleichbar. Daneben findet sich Potrimpos, der ewige Jüngling, Gott alles Schönen und der Fruchtbarkeit, sowie Pikallos - der als hagerer Greis mit grauem Bart dargestellt wurde, wie der germanische Odin/Wotan. Überhaupt ergeben sich viele Paralellen zu den germanischen Gottheiten und dem germanischen Glauben, so das man sicherlich einen gemeinsamen Ursprung annehmen kann. Aber auch durch den Kontakt zu Germanenvölkern während der Zeit der Völkerwanderung können religiöse Einflüsse übernommen worden sein. Von Reisenden der Vor-Ordenszeit wurden als Haupttugenden der Altpreussen die Gastfreundschaft und eine tiefe Religiosität sowie eine grosse Freiheits- und Friedensliebe berichtet. Während die weltlichen Fürsten die Herrschaft über das Land ausübten, wurde die Religion von Priestern und Priesterinnen vertreten. Den Oberpriester nannte man auch Kriwe, die lokalen Priester Weidelotten. Gegen die Missionierungsversuche und die kriegerische Landname des Deutschen Ordens, gab es von preussischer Seite erhebliche Widerstände. So sind der 1. große Preussenaufstand unter Herkus Monte im Jahre 1242 sowie der zweite Aufstand von 1260 bis 1272 zu nennen. Mit der Aufgabe des Kampfes gegen den weiter vordringenden Deutschen Orden und der Taufe des letzten Sudauerfürsten Skomand im Jahre 1283, erlosch ein selbstständiges altpreussisches Stammeswesen. Nach Skomand ist östlich von Lyck auch ein See benannt worden, wo sich Überreste einer altpreussische Wallanlage befinden und Anfang des 20. Jahrhunderts ein umfangreicher Schatz der Altpreussen gefunden wurde. Mit dem Deutschen Orden und den vom Orden herbeigerufenen Neusiedlern kam neben dem christlichen Glauben auch die deutsche Sprache ins Land. Während im Norden das Niederdeutsche vorherrschte entwickelte sich im Süden ein weiteres Sprachgemisch. Durch die masowischen Siedler, die eine slawische, polnische Sprache gesprochen haben, kam eine Sprache ins Land aus der sich der masurische Dialekt entwickelte. Dieser hielt sich in vielen Orten bis in die Neuzeit, während die altpreussische Sprache langsam ausstarb, da das Deutsche vorherrschende Landessprache wurde. Letzte Reste der altpreussischen Sprache hielten sich in abgelegenen Gemeinden im Samland bis ins 16. und 17. Jahrhundert. Die heute noch existierende litauische Sprache ist eng verwandt mit der Altpreussischen und wurde noch über die Jahrhunderte bis in die Neuzeit v.a. in nördlichen und nordöstlichen Landesteilen als Umgangssprache gebraucht. In der zeitgenössischen Literatur begegnen uns die Altpreußen oft unter dem Namen Prusai, Prussen, Pruzzen oder Prußen. Diese Namen wurden von Reisenden der damaligen Zeit überliefert. Da aber feststeht, das der Deutsche Orden den Namen "Preußen" unmittelbar von den damaligen Bewohnern hergeleitet übernommen hat, dürfen wir wohl mit Recht von Preußen sprechen, wenn wir die Vorfahren der Ostpreußen benennen möchten. ![]() - Wird fortgesetzt - |
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